LAND ART

Land Art ist eine Kunstströmung, deren Ursprünge auf die USA der 1960er Jahre zurückführen ist und eingebettet war in Neuerungsprozesse der Kunst. Denn zu dieser Zeit kam es in der New Yorker Kunstszene zu einer Auflehnung gegen die isolierte Form der Kunst, wie sie die Leinwandmalerei der Moderne verkörperte. Und auch deren institutionalisierte Vermarktung in Galerien und Museen wurde kritisiert. Diese Neuerungsprozesse führten unter anderem zur Erschaffung „unvermarktbarer“ Kunst in Form prozesshaft entstandener und nicht transportierbarer Kunstwerke in der Landschaft

- der Land Art.

 

Heute beschreibt der Begriff der Land Art eine Vielzahl an Strömungen im Bereich der landschafts- und situationsbezogenen Kunst. Die ersten Werke der 1960er wurden als „earth works“ bezeichnet. Die earth works „...kennzeichneten die Arbeiten von Künstlern, die im direkten Umgang mit der Landschaft entstanden – als kleinformatige Zeichensetzungen oder als Großraumskulpturen von exszessiven Ausmaßen. Sie bezogen sich aber auch auf Installationen im Galerie- und Museumsraum, die auf entsprechende Eingriffe in der Natur Bezug nahmen oder aus elementaren Naturmaterialien geformt waren.“ (WERKNER, 1992:13). 

  

Bedeutende Vertreter dieser ursprünglichen Form der Land Art waren Michael Heizer, Robert Smithson, Robert Morris, Dennis Oppenheim und Walter De Maria. Der Begriff der „Land Art“ wurde, etwas später als der Begriff earth works, erstmals in Europa verwendet und hat sich neben anderen Bezeichnungen wie environmental art, earth scale art oder site art schließlich als Überbegriff etabliert. Dennoch gibt es bis heute große Unklarheit bzgl. des konkreten Verständnisses von Land Art, weil mittlerweile eine Vielzahl an unterschiedlichen Zugängen und Positionen in der künstlerischen Arbeit mit Natur und Umwelt vorherrschen. - Während die einen Land Art noch mit den ursprünglichen earth works assoziieren, hebt Wallis (2004) die Vielfältigkeit hervor, die unter diesem Begriff zusammengefasst wird. Er betrachtet Land Art als „…breit gefächertes Spektrum der Kunstproduktion nach dem Zweiten Weltkrieg - Ortsspezifische skulpturale Projekte, die Materialien aus der Umgebung nutzen, um neue Formen zu schaffen oder um die Wirkung eines Panoramas zu verändern, Projekte die aus ähnlichen Gründen neue, nicht natürliche Objekte in eine natürliche Umgebung verpflanzen: zeitaufwändige Handlungen von Einzelnen in der Landschaft und schließlich Eingriffe, die in Zusammenarbeit entstehen und auf gesellschaftliche Aspekte abzielen.“ (WALLIS 2004).


GEOPOETIK 

Einen weiteren Zugang der Land Art stellt die Geopoetik dar. Hier werden unmittelbar aus der Landschaft bzw. aus einem Ort,  ein poetischer Akt oder ein lyrisches Werk entwickelt. Hierfür können sowohl der Ort selbst, also gegebene Kontexte oder der vorgegebene thematische Rahmen  Impulse und Inspiration für das entstehende Kunstwerk liefern. 

Die gezeigten Arbeiten Sonne und Luft, Bleu – L‘inexistence entstanden im Zuge einer Lehrveranstaltung zu Raumwahrnehmung in der steirischen Krakauebene bzw. im Zuge eines Geopoetique-Workshops im bulgarischen Rhodopi-Gebirge. 

 


Copyright © 2020 Sabine Luger