mensch

 

ICH BEFLÜGLE DIE KRAFT DER LUFT IN MIR, MEINEN ATEM, MEINE VISION, MEINEN GEIST.

 WILL WIE DIE EULE DIE ZWISCHENRÄUME ZWISCHEN DEN DINGEN ERKENNEN

UND MICH WIE DER ADLER MIT DEN WINDEN HOCH HINAUS WAGEN,

UM MEIN LEBEN AUS EINER HÖHEREN PERSPEKTIVE ZU SEHEN.

(S.L. KOTTMANN, 2021:67)

 

 

recherchen zu meiner geschichte

Weil ich die Lebenserfahrungen meiner Vorfahren nicht kannte,

begann ich die Geschichte meiner Familie und meiner Heimat zu erforschen.


In der Frühgeschichte lag das Gebiet meiner Heimatgemeinde im keltischen Königreich "Noricum".

Über die Lebensweise der Kelten schreibt Claus Krämer (2025), dass sie in Großfamilien, Stämmen

und Clans lebten, die im gesamten Mitteleuropa verteilt waren - von Britannien, Belgien, den Nieder-

landen über Deutschland, Österreich, die Slowakei und Ungarn bis nach Rumänien und in die Türkei. 

 

Die keltischen Stämme  ließen sich jedoch kaum vereinheitlichen. Gemeinsamkeiten fanden sich am ehesten in sprachlichen, religiösen und kulturellen Übereinstimmungen. Ein weiteres verbindendes Merkmal war ihr Aussehen, welches wir heute wahrscheinlich mit Punks vergleichen würden. Denn sie färbten sich ihre Haare mit „Sapo“ rot und „stylten“ ihre eigenwilligen Frisuren mit Kalkwasser oder Fett. Krämer bezeichnet die Kelten als „European Natives“ und schreibt im Vergleich mit nordamerikanischen Indigenen:
„Es finden sich verblüffende Übereinstimmungen"

 

Auch die „American Natives“, die Ureinwohner Nordamerikas, lebten in weit auseinander liegenden Gebieten, um sich gelegentlich zu bestimmten Zwecken zusammenzutun. Beide Völker sind in ihrer Spiritualität erd- und naturverbunden, der Boden und die nicht sichtbaren Wesen aus der anderen, der feinstofflichen Welt werden mit großem Respekt behandelt“ . Claus Krämer beschreibt, dass die keltischen Druiden, durch ihre spirituelle Praxis erkannt hatten:

 

 „dass Glück Ausdruck eines Lebens in Harmonie ist.

Und eben diese Harmonie mit der geistigen Welt, mit der Natur und mit allem was ist, war ihr zentrales Thema.“

(vgl. Krämer 2025:29ff.).

 

„Die größten Themen der traditionellen keltischen Dichtkunst, die sich in den Mythen verklausuliert darstellen, handelten im Prinzip von dem Verlust

dieses als harmonisch wahrgenommenen Zustandes. Das keltische Paradies, mit anderen Umschreibungen wie ‚Land des ewigen Herzens‘ oder 

'Land der Lebendigen‘ wurde von der keltischen Seele gesucht aber es lag im Nebel und entschwand immer mehr dem menschlichen Auge und

wurde zu einer ‚anderen Welt‘, einem verlorenen Paradies" (vgl. Schlinke 1987:158f.). 

 

Ihre Individualität schwächte die Kelten in militärischer Hinsicht. Denn anders als im Römischen Reich, hatten sie nie eine einheitlich verwaltete Nation

und somit auch kein einheitliches Heer etabliert. Die Kelten verloren ihre Gebiete und ihre Eigenständigkeit durch `Befriedung` oder Einverleibung in

das Römische Reich. (Quelle: Krämer (2025), Schlinke (1987)

 


TRENNUNG VON NATUR UND GOTT - ABWERTUNG DES WEIBLICHEN UND DES NATÜRLICHEN

Das Römische Reich, geprägt vom römischen Weltbild die Natur und mit ihr verbundene Menschen zu unterwerfen und zu beherrschen vollzieht sich durch das Prinzip "Teile und herrsche“. Eine wesentliche Trennung vollzog sich durch die Trennung von "Natur und Geist", indem den Menschen der
Glaube an einen männlichen Gott verordnet wurde. 

 

Kaiser Konstantin (272 - 373) ging als erster christlicher Kaiser in die Geschichte ein. Da Konstantin als machthungriger Politiker und rücksichtsloser Herrscher galt, wird seine eigene „Christlichkeit“ sehr stark angezweifelt. Wahrscheinlicher ist, dass er über die Hinwendung zum Christentum die Macht

in seinem Reich manifestieren wollte, indem er seinem Reich den „Ein-Gott-Glauben“ verordnete. Denn der Glaube diente quasi als „Überbau“ für den Staat. Bischöfe erhielten richterliche Befugnisse und waren beauftragt mit der Recht- bzw. mit der Schuldsprechung. Spiritualität war  "exklusiv"

geworden. Das so entstandene „Feudalsystem“ bezeichnet eine hierarchische Gesellschaftsordnung, die auf der Ausbeutung niedriger Stände beruht und auf deren Abhängigkeit aufbaut. An der Spitze dieser Gesellschaftsordnung stehen KaiserInnen, KönigInnen sowie der kirchliche Adel ("Klerus"), die als „Stellvertreter Gottes auf Erden“ agieren. Jene, die früher als Heiler und Schamanen als Angesehenste ihres Volkes gegolten hatten, waren nun geächtet und verfolgt.

 

Als ein weiteres, späteres Beispiel gilt die Hexenverfolgung zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert, innerhalb derer geschätzt bis zu 100.000 Menschen verfolgt, gefoltert und exemplarisch hingerichtet worden sind - davon waren 80 Prozent Frauen. Sie wurden der Ursache für soziale Spannungen, Klimawandel, Krankheiten und wirtschaftliche Not beschuldigt. Die Folgen: extreme Gewalt gegenüber Frauen.

Quellen: Tovar (2020), Krämer (2025)

 

TRENNUNG VON MENSCH UND NATUR - BESTRAFUNG BEI UNGEHORSAM

Im sechsten Jahrhundert zerfiel das Römische Reich und neu entstandene Königreiche bekriegten einander um die Vorherrschaft in den jeweiligen Gebieten. Noch im Frühmittelalter gab es zahlreiche freie Bauern und das Land wurde von Generation zu Generation weitervererbt. Diese verloren durch Kriege ihr Land und wurden zu Hörigen, Halbfreien oder Unfreien. Als Leibeigene waren sie per Geburt an Schuld gegenüber der Grundherren gebunden und waren diesen zu Steuerabgaben und Arbeitsleistungen verpflichtet. Wer sich dem widersetzte wurde mit entsprechender Härte bestraft. 

 

In der Region meiner Heimatgemeinde kam es 1525 zu einem Aufstand der Bauern gegenüber dem Abt des Stiftes Lilienfeld. Der Aufstand wurde niedergeschlagen und die Redelsführer hingerichtet. Der Höhepunkt der Bauernaufstände in Österreich war im 16. und 17. Jahrhundert, als die Bauern

sich gegen die starke Unterdrückung durch die Grundherren, gegen hohe Steuerabgaben, die Robotpflicht und den Zwang zum katholischen Glauben

zu wehren versuchten. Die Aufstände wurden gewaltvoll niedergeschlagen und ihre Anführer hingerichtet und die Lasten für die Bauern meist noch erhöht. In diesem Fall belief sich die Anzahl der Opfer im deutschsprachigen Raum auf geschätzte 70.000 Bauern.

  

Erst im Jahr 1848 wurde die Feudalherrschaft in Österreich aufgehoben und damit auch die Sonderrechte von Adel und Klerus.
Noch im 18. bzw. 19. Jhdt. ging die Feudalherrschaft mit der Industrialisierung in eine "liberalere"  Herrschaftsform über, die bis heute anhält. 

 

Ab Ende des 18. Jahrhunderts sank durch die industrielle Produktion und das Lohnniveau im Agrarbereich. Zeitgleich bot die wachsende Industrie in

den Städten Arbeitsplätze. Dies führt zu einer Abwanderung aus ländlichen Gebieten und zu einem Wachstum der Städte. Die Landflucht hält bis heute

in gesamt West- und Mitteleuropa bzw. weltweit an. Im Jahr 1950 lebten noch mehr als 70 Prozent der Weltbevölkerung auf dem Land, 2015 waren es nur mehr 46 Prozent und laut Prognosen der Vereinten Nationen werden 2050 nur mehr 35 Prozent der Menschen am Land leben. Ilja Steffelbauer, Historiker der Donau Universität Krems verweist auf die Problematik, dass zusammenhängend mit der Verschiebung von Land zu Stadt heute nur mehr industrielle Lebensmittelproduktion möglich ist, um alle Menschen, die in Städten leben, versorgen zu können. 

Quellen: Ast (2003), Behne und Tippach (2014), Statista (2021), Steffelbauer (2021)

 

BRECHEN DES SELBSTWERTS UND VORBEREITUNG AUF DEN KRIEG

Seit rund 2000 Jahren werden fast durchgehend Kriege geführt. Von einer "epidemischen Verbreitung einer „Kriegshysterie“ schreibt Fiona Reid (2011), Historikerin der Universität South Wales, jedoch erst ab dem Ersten Weltkrieg und nennt als Ursache die extrem intensive, „industrielle“ Kriegsführung.

 

Während des Ersten Weltkriegs etablierte sich der Begriff der "Massenneurose" - also das Auftreten extremer Angst unter den Soldaten. Da das Davonlaufen in den Schützengräben nicht möglich war, entlud sich die Angst in Form eines Zitterns, das nicht mehr aufhörte. Darüber hinaus beschreibt Dorothee Eisenstecken (2019) die Kindeserziehung, die in den 1930er Jahren durch den Nationalsozialismus „empfohlen“ wurde um

Menschen zu "Gehorsam zu erziehen" um sie so auf den Krieg (gegen die Juden - die "aktuellen Schuldigen") vorzubereiten. Die strenge Erziehung

erfolgte nun bereits ab dem Säuglingsalter. Als Literaturbeispiel nennt Eisenstecken den Erziehungsratgeber „Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind“ 

von Johanna Haarer (1934). Johanna Haarer empfiehlt:

  • Distanz zum Kind,
  • Kinder brüllen und sich müde schreien lassen und so deren Willen brechen, damit diese nicht zu unsozialen Menschen werden.
  • Kinder sich möglichst selbst überlassen und mit dem Kind nicht spielen. 
  • Bei Nahrungsverweigerung das Füttern abbrechen, damit das Kind sich zu beeilen lernt.
  • Strafen, d.h. das Kind über Stunden und Tage nicht beachten, übersehen oder in einen leeren Raum zu stellen.
  • usw.

Die Folge: Kinder in Todesangst, die nicht abschätzen können, ob sie je wieder Nahrung und Zuwendung erhalten (EISENSTECKEN 2019:4). 
Johanna Harrer's Buch wurde bis 1987 aufgelegt. Auf diese Weise wird der natürliche Selbstwert eines Menschen gebrochen. Es dient auch dazu natürliches Verhalten abzuspalten und anders als dies bei ihren individuellen Vorfahren gelebt wurde, Menschen in ihrem Verhalten „gleichzuschalten“

und kollektiv leichter steuerbar zu machen. Als ich mit einer, aus der Slowakei stammenden Bekannten darüber redete, erzählte sie mir, dass sie ihr Kind

in den 1990er Jahren, obwohl es ihr als Mutter schwer gefallen sei, auch so erzogen habe, weil der Kommunismus dieselbe Form der Kindeserziehung propagiert hatte.  

 

Im Ersten Weltkrieg wurden laut Statista (2025) 65 Mio. Soldaten mobilisiert, wovon rd. 9 Mio. gefallen sind. Im Zweiten Weltkrieg waren ca. 30 Millionen Soldaten involviert. Insgesamt verloren im Zweiten Weltkrieg, auch in Zusammenhang mit Massenmorden, rd. 70 Mio. Menschen ihre Leben.

 

TRENNUNG VON MENSCH UND GEIST

In einem "L'inexistence" hatte ich den Begriff „Äther“ verwendet, wusste aber nicht genau was der Begriff eigentlich bedeutet,

also recherchierte ich bezüglich seiner Auslegung in verschiedenen geistes- und naturwissenschaftlichen Disziplinen.

 

Bereits Aristoteles (ca. 2000 v. Chr.) fügte den vier Elementen Feuer, Wasser, Erde und Luft die fünfte Ebene, die „quinta essentia“, das fünfte Element,

den „Äther“  hinzu (vgl. SCHEEL, 2018). Bei Aristoteles ist das fünfte Element durch Unwandelbarkeit und Ewigkeit gekennzeichnet, die alles Seiende durchdringt und verbindet. Eine sehr ähnliche Definition des Äthers besteht auch im Ayurveda. Die Ursprünge der traditionellen indischen Heilkunst

werden ebenfalls um 2000 v.Chr. vermutet, wobei sich das naturheilkundliche System „Ayurveda“ etwa um 500 v. Chr. etablierte.

 

Wie bei Aristoteles wird auch hier der Äther als das fünfte Element – als „Akasha“ – bezeichnet. Im Vergleich mit den anderen vier anderen Elementen

und den damit assoziierten Eigenschaften (Erde: fest; Wasser: flüssig; Feuer: Wärme; Luft: gasförmig) repräsentiert der Äther das feinstoffliche „Subtile“.

Der Äther ist keine Materie – also nicht mehr atomar aufgebaut – und durchdringt das gesamte Universum, weshalb darin die Verbundenheit mit und

das Aufgehoben sein in einem höheren Ganzen gesehen wird. 

 

Im Ayurveda wird der Mensch nicht als Verknüpfung aus physischen Körper und Psyche gesehen, sondern als eine andere Form der Einheit aus mehreren Komponenten: Nämlich dem physischen Körper und einer vereinfacht formuliert „ätherischen und inkarnierenden Hülle“ – dem so genannten „Lichtkörper“. In diesem liegen sowohl, die aus dem Yoga bekannten Chakren, als auch die Aura eines Menschen. Der „Lichtkörper“ stellt für die Seele die Verbindung zum Äther her. Rudolf Steiner versteht den Äther als in unterschiedlichen Schichten aufgebaut. Er beschreibt, dass wenn der ätherische Lichtkörper eines Menschen bspw. durch den Tod oder Nahtod vom physischen Körper getrennt wird, dass dieser in eine andere Schicht des Äthers übergeht. Steiner beschreibt den Äther, als jenen Raum, den wir als „Himmel“ bezeichnen aber gleichzeitig als „Negativraum“ - als Gegenpol zur physischen Welt. Er sieht darin jenen Raum in dem die Seele nach dem Tod aufsteigt und bezeichnet den Übergangsbereich zwischen Leben und Tod als „Kamaloka“:

 

"Wir können von einer Randzone sprechen,

das ist die, welche unsere Seelen nach dem Tode nicht verlassen können,

wenn sie durch Begierden noch an die Erde gefesselt sind.“

 (Lit.: GA 101, S. 223)

 

Ähnliche Erfahrungen beschreibt auch der US-amerikanische Anthropologe Dr. Alberto Villoldo. Er forschte als Professor am Klinikum der San Francisco State University zur biologischen Selbstregulation – konkret zur Auswirkung von Energieheilung auf die chemische Zusammensetzung des Gehirns.

Im Zuge seiner Forschungstätigkeit konnte er den Anteil an schmerzreduzierenden Endorphinen im Gehirn um 50 Prozent  erhöhen. Wie er jedoch die Heilung lebensbedrohender Krankheiten unterstützen konnte, wusste er nicht. (VILLOLDO 2001:29). Um seine Kenntnisse „im Feld“ zu erweitern, verließ Villoldo das Labor und begleitete und beobachtete mehrere peruanische Schamanen bei ihren Heiler-Tätigkeiten. Einer dieser Schamanen war Don Antonio Morales, der den „Äther“ als „Unendlichkeit“ bezeichnet. Ein Beispiel ereignete sich in Zusammenhang mit dem Unterarm einer mumifizierten Schamanin, den Villoldo von einem befreundeten Archäologen geschenkt bekommen hatte. Antonio Morales schlug vor den Arm zu bestatten. Im Zuge eines entsprechenden Rituals tauchten jedoch unzählige spirits (Geister) auf, die Antonio Morales als Stammesangehörige der Schamanin einordnete,

die von den Spaniern massakriert worden waren:

 Sie kann keinen Frieden finden,
bis sie weiß, dass ihre Leute betrauert und geheilt sind.

(VILLOLDO u. MORALES in VILLOLDO, 2001:43) 

 

So wie die Feudalherrschaft, trennt auch die Wissenschaft Natur- und Geist. Dies führt unter anderem dazu, dass bezüglich ein- und desselben Themas

in Natur- und Geisteswissenschaften völlig unterschiedliche Betrachtungsweisen vorherrschen. Da der Äther mit naturwissenschaftlichen Methoden nicht nachgewiesen werden kann, bedeutet dies, dass er in der klassischen Physik nicht existiert. 

 

DAS BEDÜRFNIS NACH LIEBE

Seit Mitte des 18. Jahrhunderts wird mit der Industrialisierung über permanentes Wirtschaftswachstum Kapital angehäuft. "Kapitalgüter" sind Güter, die in einem Unternehmen dazu verwendet werden um "Konsumgüter" herzustellen. "Konsumgüter" sind z.B. Lebensmittel, Kleidung, Autos, etc. und dienen der Befriedigung menschlicher Bedürfnisse.

 

Zu "Kapitalgütern" zählen u.a. Gebäude, Verkehrsflächen, Maschinen, Energie- und Computertechnik sowie Grund und Boden. Wie der Name schon sagt, können über "Kapitalgüter" sehr hohe Gewinne generiert werden, jedoch erst, wenn in Massen konsumiert und eine Gütererzeugung in großen Mengen erforderlich wird.

 

Jean Liedloff befasste sich mit den Auswirkungen von Traumatisierungen in früher Kindheit. Sie schreibt, dass wenn die natürliche Form von bedingungs-loser Liebe nicht erhalten wurde, dies beispielsweise in Form von Selbsthass, Selbstzweifeln oder in dem Gefühl „nicht richtig zu sein“ zum Ausdruck kommt. Als Konsequenz suchen Menschen ihr Leben lang nach der Bestätigung liebenswert zu sein (vgl. LIEDLOFF 2020:143). Michael Ermann, Leiter

der Abteilung Psychotherapie und Psychosomatik der Psychiatrischen Universitätsklinik München beschreibt Symptome, die Kriegskinder als Folge ihrer Traumatisierungen aufweisen und nennt unter anderem ein extrem hohes Bedürfnis nach materieller Sicherheit (vgl. EISENSTECKEN, 2019:3). Liedloff

hält fest, dass Menschen, die in ihrer frühen Kindheit im Stich gelassen wurden, so tiefe Sehnsüchte haben geliebt zu werden, dass sie sich aus Angst

davor wieder im Stich gelassen werden, nicht mehr auf tiefe zwischenmenschliche Beziehungen einlassen können (vgl. LIEDLOFF 2020:146). Die Werbung, so schreibt Jean Liedloff, nützt diese Voraussetzungen indem sie verspricht, dass man „geliebt“  oder "belohnt" wird oder in "Sicherheit" oder in "Freiheit" ist, wenn man dieses oder jenes Produkt besitzt oder konsumiert. Es ist jedoch nicht die Werbung die davon profitiert, sondern hinter der Werbung stehende Industrien. Nach dem Zweiten Weltkrieg ist die gewünschte "Massenkonsumperiode" eingetreten.

 Quellen: vgl. BPB 2016, vgl. PAYSOL GmbH 2021

  

VERLUST DES GLEICHGEWICHTS

Wirtschaftswachstum und Bodenverbrauch sind eng aneinander gekoppelt. Deshalb ist der Bodenverbrauch sehr hoch. In Europa werden jährlich rund

1000km² Boden verbaut. Umweltpolitisch zählt die Bodenversiegelung europaweit zu den größten Herausforderungen. Die größte Flächeninanspruch-nahme ist gegeben durch: Betriebsflächen, Wohnflächen, Geschäftsflächen und den Straßenbau. Unter Bodenversiegelung versteht man die Abdeckung des Bodens mit einer wasser- und luftundurchlässigen Schicht wie Beton oder Asphalt, wodurch das Bodenleben abstirbt und die dem Boden enthaltene Funktionen verloren gehen, wie bspw. die Filterung und Speicherung von Trinkwasser. Dass Böden, nicht nur der Wasserversorgung-/-speicherung, sondern auch der landwirtschaftlichen Nutzung entzogen werden, führt in Österreich jährlich zu einem Produktionsverlust an Lebensmitteln, der dem Nahrungsbedarf von 20.000 Menschen entspricht (vgl. UMWELTBUNDESAMT, 2022). Darüber hinaus sind, von den in Österreich vorkommenden 500 Lebensraumtypen, ca. die Hälfte von vollständiger Vernichtung bedroht, stark gefährdet oder gefährdet.

 

Funktionelle Böden filtern das Niederschlagswasser von Schadstoffen bevor dieses in Grundwasserführende Gesteinsschichten absickert. Fehlen diese Bodenschichten geht auch die Filterfunktion verloren und das Wasser ist ohne Aufbereitung ungenießbar. So ist bspw. die Fichte die häufigste Baumart Österreichs. Sie wurde in großflächigen Monokulturen angebaut, weil sie gute Erträge hervorbringt und mit ihrer geraden Wuchsform industriell gut verarbeitbar ist. Im Kontext des Klimawandels gerät die hitzeempfindliche Baumart jedoch zunehmend unter Stress, weshalb nun großflächige Wald-bestände gefährdet sind. Bei Monokulturen und versauerten Böden könnte dies zu Bodenabtrag führen.

Uvm. 

 

Kurz nachdem ich aus Russland, also vom ehemaligen Schlachtfeld in Leningrad zurückgekehrt war, trat eine weltweite Lungenerkrankung auf "Covid-19". 

Interessanterweise scheint zwischen Lunge und Psyche scheint ein enger Zusammenhang zu bestehen. In der traditionellen chinesischen Medizin wird

der Lunge die Lebensenergie „Qi“ zugeschrieben. Gleichzeitig erwähnen Lungen-FachärztInnen, dass die häufigste Ursache von Lungenerkrankungen

„tot Geschwiegenes“ ist, weil damit verbundene Depressionen zu Suchterkrankungen wie dem Rauchen führen. Dr. Andrea Zauner, Fachärztin der Donauuniversität Krems (2011) nennt darüber hinaus „Umweltverschmutzung, schlechte Luftqualität, Überarbeitung und nicht bewältigte Trauer

als häufigste Ursachen für Lungenerkrankungen.

 

Jean Liedloff schreibt, dass die Mythologie der Yequana den Verlust des Gleichgewichts der westlichen Welt und den damit einhergehenden Verlust unserer Glückseligkeit abbildet. Die Yequana selbst stehen jedoch außerhalb dieses Verlustes. Liedloff schreibt auch, dass die Grundstruktur bezüglich des Verlustes unserer Glückseligkeit nicht nur der Mythologie der Yequana, sondern „wie die vergleichende Anthropologie herausgefunden hat, allen religiösen Mythen enthalten ist.“ Diese Mythologie bietet auch die Hoffnung eines Weges der Menschen zurück zur Glückseligkeit mittels Ritualen, Brauchtum und eines Lebens nach dem Tode […](vgl. LIEDLOFF 2020: 168). 

 

selbstHEILUNG


Jung Schüler Donald Sandner beforschte die Heilungsrituale des Stammes der Navajo und zeigt in „Navajo Symbols of Healing“ (1979) deren Verbind-ungen zur Psychotherapie auf. Darüber hinaus verweist er auf eine Heil-wirkung der Rituale, die über jene der Psychotherapie hinausgeht „und

die darauf beruht, dass Medizinmann, Patient und alle Teilnehmer die Gewißheit haben, dass die Natur eine harmonische, hilfreiche Kraft ist 

mit unerschöpflichen Energiereserven, um menschliche Probleme zu lösen"  (SANDNER, 1979/1994).

 

Der Stamm der Navajo ist im Südwesten der USA angesiedelt, wobei die meisten der Stammes-Angehörigen in New Mexico und Arizona leben. Diné ist die Sprache, die heute noch von rund 150.000 Navajos gesprochen wird und die meistgesprochene Indigenen-Sprache der USA. Neben Buchstaben enthält die Sprache auch Symbole, die in „sand paintings“ („iikaah“) abgebildet werden (vgl. WHITMORE, 2020).

 

Donald Sandner betont den Unterschied der Navajo People zu anderen Indigenen-Stämme. Denn hier stehen nicht, wie bei anderen schaman-ischen Heilzeremonien Trance und ekstatische Visionen im Vordergrund, sondern der Umgang mit Symbolen und rituellen Handlungen.

 

 

Er bezeichnet diese Art des Heilens als „symbolischen Schamanismus“.

Als charakteristisch dafür sieht der Autor die enge Verwobenheit von Religion, Medizin und Kunst, die in ihrer Geschlossenheit ein und dasselbe Ziel verfolgen:

 

„Fast alle religiösen Zeremonien sind auch Heilzeremonien und sollen innere und äußere Gesundheit und Harmonie wieder herstellen.“

 (SANDNER 1979/1994:13)

  

Die „sand paintings“, also rituell gefertigte Kunstprojekte, dienen bei den Navajos vor allem der Heilung. Innerhalb einer insgesamt neuntägigen Zeremonie werden erst in den letzten vier Tagen „sand paintings“ angefertigt. Begleitet von Gebeten, lassen Schamanen aus Naturpig-menten gefärbten Sand aus der Hand auf den Boden rieseln, um die Symbole zu „zeichnen“.

 

Die „sand paintings“ werden für Menschen angefertigt, die an Krankheiten leiden – je nachdem, um welche Krankheit es sich handelt bzw. welche Heilung gewünscht ist, werden dementsprechende Symbole integriert. 

 


"Kraftplätze können nicht heil machen, aber sie können dazu anregen, dass du dich heil machst.

Der Zweck dieser Orte scheint zu sein, dass wir uns dort mit Mutter Erde verbinden, dass wir uns am Fluss der Energie beteiligen,

uns aufladen mit Liebe und Mitgefühl und diese Energie durch unsere Kreativität für alle Menschen sinnvoll einsetzen."

 

 

DAS SYMBOL "KREIS"

Als einen der bedeutendsten Archetypen, der in Träumen, Fantasien oder Visionen vom Unbewussten ins Bewusstsein rückt und bspw. als Bestandteil von Märchen oder in religiösen Bräuchen gelebt wird, nennt Carl Gustav Jung den Kreis. Jung differenziert dabei zwischen religiösen Bräuchen und dem Kreis als psychologisches Phänomen

 

Der Kreis als psychologisches Phänomen

Jung weist darauf hin, dass, während rituelle Mandalas immer einen bestimmten Stil aufweisen oder typische Motive enthalten, individuelle Mandalas uneingeschränkt vielfältig gestaltet sein können. Als psychologisches Phänomen tritt der Kreis bei inneren Konfliktzuständen, auf. In Form des Kreises versucht die Psyche etwas zu ordnen, dass in "Unordnung" geraten ist bzw. scheinbar unüberwindbare Trennungen zu überwinden. Jung bezeichnet

den Archetyp "Kreis" als: "Selbstheilungsversuch der Natur".

 

Der Kreis im Buddhismus

Als Beispiele für den Archetyp „Kreis“ in religiösen Kontexten nennt  Jung unter anderem die "Sandmandalas" im Buddhismus. Der Begriff „Mandala“

kommt aus dem Sanskrit, bedeutet „Kreis“. Kreise wurden erstmals 1500 bis 1100 v.Chr.  als symbolische Darstellung des Universums mit der Gottheit „Brahman“ im Zentrum, in den den religiösen Texten des Hinduismus abgebildet. Brahman symbolisiert das "absolute Göttliche", das allem unendlich enthalten ist. In seinen Ursprüngen wurde das Mandala im Zuge von Schutz-, Initiations- oder Segnungsritualen als einfacher Kreis am Boden aufgezeichnet.

 

Heute bilden Mandalas eine komplexere Form ab und beinhalten immer den Tempel des Buddhas in der Mitte, mit vier Toren - ausgerichtet zu den

vier Himmelsrichtungen (vgl. MARK, J. J. 2021). Anders als Brahman gilt Buddha als Lehrer, der durch Meditation in der Natur, den Weg zur Erlösung fand.

Im Buddhismus bietet die Herstellung von „Sandmandalas“ eine Meditationsstütze. Denn es wird davon ausgegangen, dass durch Meditation der Weg

zur Erleuchtung beschleunigt wird. Ziel der Erleuchtung ist es, allen Lebewesen gegenüber Liebe und Mitgefühl entgegenzubringen (vgl. KLEIN, M. 2016). 

 

DAS SYMBOL "SONNE" 

Der "Archetyp" Sonne vereint in der Theorie nach Jung zwei Archetypen.

Denn sie ist einerseits die Urform des Kreises, andererseits symbolisiert sie die Transformation des Unbewussten in Bewusstheit sowie Liebe.

 

Die Sonne in der römischen Kultur

Als Beispiel für den Archetyp "Sonne" wird der römische Sonnengott „Sol“ genannt. Die "Mithras"-Mythologie überschneidet sich mit der des "Sol". Mithras repräsentierte im 14. Jhdt. v. Chr. im persischen Raum und in Indien eine der wichtigsten Gottheiten. Er wurde „Licht, Sonne, Bamherzigkeit, und Liebe“ gleichgesetzt. Mithra bedeutet auch „Vertrag“ oder „Freund“. Der „Vertrag“ besteht in der Mithras-Mythologie darin, dass Mithras über die kosmische Ordnung wachen sollte um das königliche Glück und die göttliche Gnade zu schützen. 

 

Im Zeitraum zwischen 100 v. und 100 n. Chr. übernahmen die Römer die Mithras-Mythologie oder interpretierten ihren Sonnengott neu - was mit der Umbenennung von „Sol indiges“ („heimischer Sol“) auf  „Sol invictus“ („unbesiegter Sonnengott“) verbunden war. Die Bezeichnung "unbesiegter

Sonnengott" geht darauf zurück, dass Mithras einen Stier einfing und ihn zur Erneuerung der Welt opferte, die daraus neue Kraft schöpfte.

Aus Blut und Samen des Stiers regenerierten sich die Erde und alles Leben. 

 

Bis ca. 500 n.Chr. war Mithras, der der das Licht an den Tag bringt, und wurde unter anderem durch Münzprägungen in Form einer Strahlenkrone verehrt. Erst als im 4. Jahrhundert das Christentum in den Vordergrund rückte und alle anderen nicht-christlichen Religionen per Todesstrafe verboten wurden, wandte man sich dem Mithras-Kult langsam ab (vgl. FAMILIENSTIFTUNG HOHEN RÄTIEN, 2022).

 

Interessant dabei ist, dass die Verehrung des Lichtes, des Mithras, zur Wintersonnenwende zelebriert wurde. Im Christentum wurde Jesus metaphorisch mit der aufgehenden Sonne verglichen. Obwohl sein tatsächlicher Geburtstag unbekannt war bzw. für den 28. März berechnet wurde, wurde in Anlehnung an Mithras sein Geburtstag demselben Datum zugeschrieben. Jesus gilt nun als „sol novum“ („Neuer Sonnengott“) und damit als der, der das Licht in die Welt bringt. 

 

Die Sonne bei den Indo-Germanen

Anders als bei den Römern und im Christentum, ist bspw. in der germanischen Mythologie die personifizierte Sonne weiblich: Sól ist die Tochter des Mundilfari und Schwester des Mondgottes Máni. In der Mythologie fährt Sól mit dem Sonnenwagen über den Himmel. Der Wolf Skalli verfolgt dieses Gespann unablässig und wird am Tag des Weltunterganges die Sonne einholen und verschlingen. Doch gebiert Sól eine Tochter, die in der neuen Welt weiterscheinen wird (vgl. SIMEK, 1995).

 

Sonne und Kreis bei den alpenländischen Kelten

identität


Im Jahr 2019 begann ich eine Ausbildung zur Lebens- und Sozialberatung. Das Modell der Beratung hatte meine Ausbildner hervorgehend aus seinen eigenen Erfahrungen entwickelt. Sein Konzept bezieht sich auf:

  • Bindungserfahrungen,
  • auf die Entwicklung von Fremdbestimmung zur Selbstbestimmung, 
  • auf die Freilegung  besonderer individueller Fähigkeiten - der Einzigartigkeit,
  • sowie auf einen integralen Ansatz, der Körper, Gefühle, Verstand
    und Spiritualität miteinander verbindet.

In einer Ausbildungseinheit zu Jahresende 2019 oder 2020 sollten wir uns in Klein-gruppen gegenseitig die Lieblingsmärchen unserer Kindheit erzählen. Denn in der Psychologie wird davon ausgegangen, dass Märchen, ebenfalls als Archetypen und somit Produkte des "kollektiven Unbewussten" sind.

 

Märchen enthalten sowohl Projektionsflächen der menschlichen Ängste und Wünsche, als auch Strukturen, die Menschen zur Entwicklung ihrer Identität heranziehen (vgl. SALBER, 1987 in SPEKTRUM, 2000). In diesem Rahmen erzählte ich meiner Kleingruppe ein Märchen, das niemand kannte. Ein „Indianer-Märchen“ erschienen in „Weltberühmte Märchen lesen und hören“ (1988).

 

In dem Märchen lebt ein Indianer-Paar auf einer einsamen Insel. Sie wünschten sich Kinder aber konnten keine bekommen. Als die Frau eines Tages an den Fluss ging, sah sie einen Eisvogel mit seinen Jungen und sagte: „Oh Eisvogel, ich wünschte ich hätte Kinder so wie du.“ Der Eisvogel antwortete und sagte: „Öffne die Muschel.“ Die Frau war erstaunt über die Antwort des Eisvogels und kehrte am nächsten Tag wieder an den Fluss zurück. Diesmal traf sie eine Möwe mit ihren Jungen. Und die Frau sagte wieder: „Oh Möwe, ich wünschte, ich hätte Kinder so wie du.“ Auch die Möwe antwortete der Frau und sagte dasselbe wie der Eisvogel: „Öffne die Muschel. Öffne die Muschel.“ Diesmal öffnete die Frau die Muschel und sah darin einen winzig kleinen Knaben. Sie nahm ihn mit heim und zog ihn auf. Als er älter wurde ging der Junge auf die Jagd und er saß oft am Meer und das Wasser war ganz ruhig.

 

Doch eines Tages kam ein Sturm auf, der lange andauerte, sodass sein Vater nicht mehr zum Fischen ausfahren konnte und die Essenvorräte zu neige gingen. Der Junge bat seinen Vater mit ihm hinausfahren zu dürfen um den Sturmgeist zu besiegen. Sein Vater wollte das anfangs nicht, willigte schließlich aber ein. Als sie am Meer waren, war der Sturm das Boot hin und her, schaffte es jedoch nicht es umzukippen. Da rief der Sturmgeist seinem Freund den Meeresnebel. Der Indianer erschrak als er den Nebel bemerkte, denn er war die größte aller Gefahren. Der Junge aber blieb ruhig und wies auch seinen Vater an ruhig zu bleiben. Als der Meeresnebel den Jungen mit seinem goldenen Haar und seinem Lächeln im Boot sitzen sah, zog sich dieser zurück. Nun hatte der Sturmgeist keine Unterstützer mehr und auch er wich zurück. Vater und Sohn fingen noch viele Fische.

 

Als sie zu Hause waren, fragte der Vater seinen Sohn was denn sein Geheimnis ist. Aber der Junge antwortete nicht. Die nächsten Tage legte der Junge die Häute der Vögel, die er erlegt hatte zum Trocknen auf. Er nähte sich daraus ein Federkleid und flog damit über das Meer. Als er das Federkleid des Regen-pfeifers trug färbte sich das Meer grau wie dessen Gefieder. Auch die Farbe des Eichelhähers nahm das Wasser an sowie die des Rotkehlchens als es rot-golden glänzte. Als der Junge zurückkehrte, sagte er seinen Eltern: Ich bin das Kind der Sonne.

 

REAKTIONEN AUF MEINE ARBEITEN


„Folge deiner Intuition und deinen Eingebungen.

Anscheinend hast du eine höhere Anbindung, von der du geführt wirst.

 Dein Zugang ist die Stille.

 Du musst meditieren um deine Eingebungen zu erhalten und diesen folgen.

Mit dem was du machst, transformierst du den Tod zum Leben.

  Das ist deine Einzigartigkeit.“

 

"Das was du erzählst, hat mit mir nichts zu tun."

 

"Ich bin nicht traumatisiert. Ich bin gesund."

  

"Das was du machst, macht mir Angst."

 

"Hör auf mit dem, was du machst.
Überlass das denen, die sich damit auskennen."

 

"Es kann sein, dass das was du erzählst stimmt, aber dieses System gibt mir Sicherheit.

Und ich weiß nicht, was eine andere Lösung wäre." 

 

 

An der ETH-Zürich wurde 2018 ein Experiment zur transgenerationalen Trauma-Weitergabe durchgeführt.

Im Zuge dieses Experiments konnten genetische Veränderungen durch traumatische Erfahrungen

und deren Weitergabe an Nachfolge-Generationen nachgewiesen werden und damit verbunden, ein verändertes Verhalten.

Zum Zeitpunkt der Artikel-Veröffentlichung war die Weitergabe an vier Generationen bestätigt, die Weitergabe an die fünfte Generation

wurde gerade untersucht. Prof. Mansuy betont, dass positive Erfahrungen das Weitervererben eines Traumas verhindern können:

 

"Es ist wichtig, dass wir uns bewusst werden, dass unsere Lebenserfahrungen Konsequenzen haben –

nicht nur für uns, sondern auch für  unsere Nachkommen." 

  (Isabelle Mansuy in Janning, 2021)

 

 

FÜR DIE HEILUNG WERDEN KRIEGSENKEL_INNEN DIESE SCHRITTE EMPFOHLEN:


 1. Es ist wichtig, dass sich KriegsenkelInnen selbst als solche erkennen und verstehen

dass ihre Wahrnehmungen, Verhaltensweisen, Ängste usw. Trauma-Folgen ihrer Vorfahren sind.

 

2. Ein weiterer Schritt besteht darin, die Kette der Trauma-Weitergabe zu unterbrechen.

Dafür ist es wichtig die eigene Familiengeschichte zu kennen.

 

3. Es wird empfohlen bei Eltern und Großeltern nachzufragen, ob sie etwas Schlimmes erlebt haben. 

    Da diese Generation nicht gern über belastende Ereignisse spricht,

kann es helfen, in Archiven, Dokumenten usw. nachzuforschen

 

4. In Familien, in denen kein Austausch möglich ist, können auf Familienaufstellungen,

die zum besseren Verständnis der eigenen Familiensituation beitragen. 

 

5. Es geht darum traumatische Erfahrungen, die von außen in das System eingebracht wurden,

über „einen äußeren Einfluss bzw. emotionale Ereignisse auch wieder rückgängig zu machen

was beispielsweise in Zusammenarbeit mit PsychotherapeutInnen erfolgen kann. 

      Quellen: Claudia Wielander (in STEHRER, 2015), Dorothee Eisenstecken (2019:8), Gabriele Frick-Baer, Udo Baer (2015) 

 

 

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